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2011-05-28 11:32 (Kommentare: 1)

Gott Markt

Bild: Der Markt regelt alles

Jetzt ist er endlich frei, der Markt. Jetzt endlich kann seine unsichtbare Hand das Geschick der Welt lenken. Und wie der Zauberlehrling stehen wir da und müssen zusehen, wie er sich alles einverleibt. Wie er, befreit von den Ketten des bremsenden Sozialismus, alle Hindernisse des hemmungslosen Profits aus dem Weg räumt, wie er ganze Staaten gegeneinander intrigiert, Völker gegeneinander aufwiegelt und voneinander abhängig macht, um sich an ihnen zu bereichern.

Denn Geld ist seine Nahrung. Wenn es ihn auch niemals sättigt, sondern immer nur noch gieriger macht, so stopfen wir ihm dennoch bereitwillig den aufgerissenen Schlund, in der Hoffnung, er möge uns seine Gunst erweisen. Wir opfern diesem modernen Gott alles, was uns lieb und teuer ist.

Trotz aller gegenteiliger Erfahrungen legen wir unsere Infrastruktur, unsere Trinkwasserversorgung, unsere medizinische Versorgung, unsere Lebensmittelversorgung in seine gierigen Hände. Woher nur kommt unser Vertrauen, da wir doch zusehen müssen, wie die ganze Welt im Chaos versinkt? Wie ein Staat nach dem anderen pleite zu gehen droht?

Lag uns nicht früher einmal das Wohlergehen der Menschen am Herzen? Wie können wir darauf hoffen, dass es den Menschen besser geht, wenn wir ihnen in rasantem Tempo systematisch die Lebensgrundlagen entziehen?

Es wird von Sparmaßnahmen und Kürzungen gesprochen, aber gemeint ist ein größerer Opfertisch für den nimmersatten freien Markt. Und man muß wahrlich kein Prophet sein, um zu erkennen, dass er sich niemals erkenntlich zeigen wird. Er wächst und wächst und er braucht immer mehr, nie wird er zufrieden sein, nie! Wie können wir Zufriedenheit erwarten? Dieser Gott ist ein schwarzes Loch, das sich einen Scheißdreck darum schert, wo seine Nahrung herkommt. Er wird nicht irgendwann sagen: "Jetzt bin ich satt, lebt glücklich und in Frieden", er wird wie ein Krebsgeschwür gemeinsam mit der Menschheit verenden. Bis dahin wird er sich die Erde zum Untertan machen und die Menschen zu Sklaven. Er erhält sie am Leben, solange sie Profit generieren, und überlässt sie danach sich selbst.

Der losgelassene Markt hat unserer Demokratie das Messer an den Hals gelegt und nur eine Behauptung seiner Jünger ist bis jetzt wahr geworden: Die Hand, die das Messer hält ist unsichtbar.

Bild mit freundlicher Genehmigung von renjith krishnan / FreeDigitalPhotos.net

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Kommentar von MANGO | 2011-07-05

Sucht ihr noch einen anständigen Bassisten? Wenn nicht, dann nehmt mal eure Anzeige aus dem Netz.

*Antwort*
Nein, wir haben schon einen gefunden. Wenn Du uns mitteilst, welche Anzeige Du meinst, dann nehmen wir die auch raus.

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