AuchGut! > Blog

2010-11-03 22:22 (Kommentare: 1)

Ist Zeit Geld?

Es ist schon seltsam: All die Zeit, die wir im hektischen Alltag einzusparen versuchen indem wir uns unter Anderem vordrängeln, bei Rot über die Ampel gehen oder fahren, unseren Kaffee zum Mitnehmen mitnehmen, all die Zeit schlagen wir am regnerischen Wochenende tot als gäbe es nur zwei Zustände: Hektik oder Langeweile.
Dabei können wir die Zeit weder sparen noch totschlagen. Beides sind nur unzulängliche Redewendungen. Wir können sie ja nichteinmal mitnehmen. Die Zeit ist, ob wir wollen oder nicht. Und die Zeit vergeht, ob wir wollen oder nicht. Allerdings ist die Zeit auch ziemlich egal, sie bekommt ihren Wert nur durch uns selbst. Aber wie das eben so ist mit Dingen, die ihren Wert durch uns selbst bekommen, versuchen wir auch der Zeit einen möglichst großen Wert zu geben und machen uns zu ihrem Sklaven. Es ist wie mit dem Joggen: Man hat irgendwie ausgerechnet, dass Jogger im Durchschnitt länger leben, aber um zwei Jahre zu gewinnen, muss man zusammengerechnet drei Jahre joggen. Mal ganz abgesehen davon, wie absurd es ist, eine solche Rechnung aufzustellen, wird dennoch deutlich, dass nicht die Zeit selbst wichtig ist, sondern die Art, wie wir sie nutzen. In diesem Sinne stimmt der Satz: Zeit ist Geld. Auch Geld hat für sich selbst genommen keinen Wert, es kommt darauf an, wie wir es nutzen. Wir können uns einen Fernseher davon kaufen, mit dem wir dann die geliebte Zeit totschlagen, wir können es anlegen, damit es mehr wird und wir uns ein Auto leisten können. Mit dem Auto kommen wir dann mit etwas Glück schneller von A nach B, aber haben wir damit Zeit gespart? Während wir die Zeit im Auto damit verbringen, uns auf den Verkehr zu konzentrieren, können wir uns im öffentlichen Verkehrsmittel chauffieren lassen und unsere dort verbrauchte Zeit nutzen indem wir ein Buch lesen, uns Gedanken machen oder einfach nur schauen und staunen.
Ein Stückchen Ewigkeit jedenfalls, lässt sich leichter ergattern, wenn man die Wartezeit an der roten Ampel erlebt. Ganz davon abgesehen, dass Kaffee aus der Schnabeltasse widerlich ist.

Zurück

Kommentar von zufälliger Surfer | 2010-11-17

Ja, an der roten Ampel stehen finde ich auch immer spannend.Die ganzen Leutchen beobachten :-)
Schöne Seite, die Ihr da habt!

Einen Kommentar schreiben

  • Bookmark and Share