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2011-08-14 10:32 (Kommentare: 0)

Wahlkampf in Berlin - 01

In Berlin ist Wahlkampf. Kein Schild, keine Laterne, die nicht von oben bis unten mit bunten Plakaten zugemüllt ist.

Ich möchte mir exemplarisch ein paar dieser Plakate vornehmen und sie analysieren. Die FDP darf als erstes.

Bei den Plakaten fiel mir spontan auf, dass sie von der gestalterischen Aufmachung den Stuttgart21 Postern der Bahn sehr ähnlich sind: Es wird eine Frage gestellt, die dann sogleich selbst beantwortet wird. Durch das Stellen dieser Frage wird dem Leser suggeriert, dass es eine wichtige Frage ist, egal wie bescheuert sie in Wirklichkeit ist. Damit wird die FDP auf diesem Plakat zu einer wichtigen Partei. (das grenzt an Satire) Durch eine entweder- oder- Frage wie hier, wird dem Leser sogar die Möglichkeit genommen, ernsthaft über eine Antwort nachzudenken. Durch das Entweder oder werden zwei Antworten fest vorgegeben. Die FDP kann nur eine Arbeiterpartei oder die Partei der Besserverdienenden sein. Ein multiple Choice Test, dem Niveau der ehemaligen Doktorinnen und Doktoren der FDP angepasst. Auch in der Hochstapelei bleibt die Partei ihrer Tradition treu: Sie unterstellt, dass sie immerhin ein Klientel hat, was bei den aktuellen Umfragewerten sehr optimistisch klingt.

Die selbst gegebene Antwort: "Wir möchten, dass man mit Arbeit mehr verdient, als ohne" öffnet diese feste Struktur wieder. Sie sagt: "Ha, reingefallen: Weder noch, statt entweder oder". In der Weltsicht der FDP kann dieser Antwort niemand widersprechen, natürlich soll jemand, der arbeitet mehr Lohn erhalten, als jemand, der - aus welchen Gründen auch immer - nicht arbeitet. Die FDP ist für alle da, wird hier gesagt.

Dieser Satz von einer Partei, die sich mit allen Mitteln gegen einen flächendeckenden Mindestlohn wehrt, grenzt allerdings schon wieder an astreine Comedy! Nicht nur, dass der Satz zu der vorher gestellten Frage überhaupt keinen Zusammenhang hat, er zeigt, wohin die Reise gehen soll: Der freie Markt darf durch Sozialleistungen nicht in seinem unmenschlichen Spiel behindert werden, er kann nur weiter expandieren, wenn er die Löhne weiter drücken kann, und das kann er nur, wenn vorher die Sozialleistungen weiter gedrückt wurden.

Immerhin: Auch ein nicht arbeitender Mensch scheint in den Augen der Wahlkämpfer etwas zu verdienen. Das ist eine sehr interessante Wortwahl. Sie hätten auch "bekommen" nehmen können, aber in der FDP dreht sich nunmal alles um das Verdienen. Und wenn ich Verdienst mit Lohn gleichsetze, dann brauche ich auch nicht die Höhe der Löhne zu rechtfertigen - weder die zu niedrigen z.B. der Krankenpflegeberufe, noch die zu hohen z.B. der Finanzmakler.

Fazit: Die FDP ist weder eine Arbeiterpartei, noch eine Partei der Besserverdienenden, sie ist ein Sammelbecken für Hochstapler und Opportunisten. Das Verhalten der ehemaligen Doktorinnen und Doktoren dieser Partei nach Bekanntwerden ihrer geistigen Diebstähle und vorsätzlichen Betrügereien, läßt mich eher an die Partei der Buddelkastenstreitereien denken. Die Partei derjenigen, die jedes Gefühl für Anstand und Moral verloren haben, für die Mitgefühl eine Schande und Teilen Sozialismus ist.

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